Auf der Insel der Strudler wurde früher Fischfang betrieben, doch heute geht man einem lukrativeren Beruf nach: Man baut Fahrräder. Und zwar keine gewöhnlichen Knochenschüttler, sondern glänzende Nickelhengste. Und so muss hier alles rollen: die Räder, die Worte, und besonders das Geld.
Inmitten dieses wirbelnden Trubels kommt ein kleiner Junge zur Welt, der so überhaupt nicht hier hineinpassen will: Wie die Nabe eines Rades ist er selbst ganz still, ja vermeintlich stumm, während um ihn herum alles in ständiger Bewegung ist. Da passt es gut, dass er selbst auch Nabe heißt.
Die anderen Inselbewohner stören sich freilich an dem schweigsamen Jungen, der am liebsten allein ist. Denn es müssen Aufträge vom Festland erfüllt, noch mehr Fahrräder gebaut werden. Dass all der zusätzliche Frachtverkehr nicht gut für die lokale Walpopulation ist, sieht unterdes nur Nabe. Und als über Nacht ein großer Sturm aufzieht, ist der Junge plötzlich nirgends zu finden …
„Naaf ist ein poetischer Text in einer herrlichen, manchmal erfundenen Sprache über Sehnsucht, über Nachkommen, die Erwartungen ganzer Generationen beantworten müssen, über Klima, über die Habgier der Insel-Bewohner, oder sollte man sagen der Erd-Bewohner. Über Konsum, über die Geschichte einer Gemeinschaft, die man nicht so leicht zur Seite schieben sollte. Über Stillbleiben im großen Wirbel der Welt. Über das Meer.“ (Begründung der Kaas&Kappes-Jury)
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