Allein auf der Bühne, begleitet von einem Ball – einer Metapher für die Welt – und dem Schriftzug „Ich irre mich nie“, erzählt der Diktator von seinem hektischen Tagesablauf. Zwischen Waschungen, Verurteilungen und Hinrichtungen, Auftritten auf dem Marktplatz, Jubelrufen und Versprechen von Essen und Arbeit vervielfältigt sich sein Gesicht auf Münzen, Briefmarken, Fotografien, Büsten und Statuen.
Er redet auf die Menge ein, sucht ihre Zustimmung und Anerkennung. Bei seinen Massenkundgebungen steht er immer erhöht und fordert das Volk – beziehungsweise das Publikum – auf, sich zu vermehren: mehr Kinder, mehr Soldaten!
Aus dem einstimmigen Chor schält sich allmählich eine zweite Figur heraus: Balthasar, ein kleiner Mann, der sich fragt, warum die Dinge so sind, der nachfragt und darüber nachdenkt, was Diktatur eigentlich bedeutet.
Die beiden Figuren treten in einem direkten Dialog mit den Zuschauerinnen und Zuschauern. Auf der Bühne setzen sie sich mit den Täuschungen und grotesken Erbärmlichkeiten der Diktatur auseinander. Ihre Reise führt in die Vergangenheit, aber ebenso in die Gegenwart: zu der Beeinflussung durch Medien und Fernsehen, zu Populismus, Einheitsdenken und der Komplizenschaft mit den Mächtigen – mit weit geöffneten Augen.
Ein tragikomischer Monolog und eine fesselnde, ironische Reflexion über die Bedeutung von Demokratie und darüber, was es heißt, Bürgerin oder Bürger zu sein.
frei zur DSE