Wir dürfen den französischen Autor, Dramaturg und Herausgeber in unserem Verlag begrüßen – herzlich willkommen!
Nach der Leitung eines interdisziplinären Kollektivs widmete sich Simon Grangeat ab 2010 dem Schreiben und der Dramaturgie. Seine Stücke verweben fiktionale Geschichten an der Schnittstelle zwischen Politik und Privatsphäre – an jenem Ort, an dem individuelle Entscheidungen Auswirkungen auf die Gemeinschaft haben, an jenem Ort, an dem die Regeln des sozialen Spiels mit persönlichen Lebenswegen kollidieren. Sie werden regelmäßig inszeniert und erscheinen im Verlag Les Solitaires intempestifs sowie bei L’école des loisirs. Grangeat ist Preisträger zahlreicher Kinder- und Jugendliteraturpreise (Collidram 2019 und 2024, Sony Labou Tansi 2021…) und dreimaliger Empfänger des Artcena-Förderpreises (2011, 2016 und 2022).
Von 2026 bis 2029 wird er als assoziierter Künstler bei den „Tréteaux de France“ tätig sein, um ein „Journal de bord immobile“ (Unbewegliches Logbuch) zu realisieren, eine Erkundung der zeitgenössischen französischen Kindheit.
In seinem ersten Stück bei uns, JUNGE, steht ein Mann einer Ermittlerin gegenüber. Sein Sohn ist verschwunden. Ebenso seine Schwester, der er den Jungen einige Monate zuvor anvertraut hatte. Der Mann spricht wenig. Er findet viele Ausreden. Er ist für nichts verantwortlich. Vor allem nicht für den Zustand des jungen Mannes. Parallel zu diesem Gespräch, rückblickend, erfahren wir von den letzten Monaten im Leben des Jungen. Seine Ankunft auf dem Land, wohin ihn ein Vater geschickt hat, der seine familiären Pflichten nicht mehr bewältigen kann. Seine ersten Schritte in einer neuen Schule. Die Entdeckung eines Lebens, das sich so sehr von seinem eigenen unterscheidet. Die Motorräder. Die langen Wochenenden draußen. Die Jagd. Auch die Arbeit, die hier in greifbarer Nähe liegt. Cliquen und Einsamkeit vermischen sich.
JUNGE hinterfragt, wie man sich inmitten anderer als Junge konstruiert. Wie lassen sich familiäre Bindungen umgehen, wenn die Beziehungen beschädigt sind? Wie entsteht die Verbindung zum Anderen? Das Vertrauen. Das Wort. Das Bewusstsein für das eigene Innere.
Das Stück zeichnet die chaotischen Wege einer Männlichkeit nach, die auf der Suche nach sich selbst ist – zwischen virilen Erwartungen, Risikobereitschaft und geschlechtsübergreifenden Entdeckungen.
Wir sagen: Herzlich willkommen, Simon Grangeat; wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!