Ein Mann steht einer Ermittlerin gegenüber. Sein Sohn ist verschwunden. Ebenso seine Schwester, der er den Jungen einige Monate zuvor anvertraut hatte. Der Mann spricht wenig. Er findet viele Ausreden. Er ist für nichts verantwortlich. Vor allem nicht für den Zustand des jungen Mannes. Parallel zu diesem Gespräch, rückblickend, erfahren wir von den letzten Monaten im Leben des Jungen. Seine Ankunft auf dem Land, wohin ihn ein Vater geschickt hat, der seine familiären Pflichten nicht mehr bewältigen kann. Seine ersten Schritte in einer neuen Schule. Die Entdeckung eines Lebens, das sich so sehr von seinem eigenen unterscheidet. Die Motorräder. Die langen Wochenenden draußen. Die Jagd. Auch die Arbeit, die hier in greifbarer Nähe liegt. Cliquen und Einsamkeit vermischen sich.
JUNGE hinterfragt, wie man sich inmitten anderer als Junge konstruiert. Wie lassen sich familiäre Bindungen umgehen, wenn die Beziehungen beschädigt sind? Wie entsteht die Verbindung zum Anderen? Das Vertrauen. Das Wort. Das Bewusstsein für das eigene Innere.
Das Stück zeichnet die chaotischen Wege einer Männlichkeit nach, die auf der Suche nach sich selbst ist – zwischen virilen Erwartungen, Risikobereitschaft und geschlechtsübergreifenden Entdeckungen.